Praktikum bei der EU
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I.

Praktikum in EU-Institutionen

Um ein Praktikum im „Mikrokosmos“ der Europäischen Union in Brüssel zu absolvieren, stehen verschiedene Wege offen.

Interessierten stehen die Praktikantenprogramme verschiedener europäischer Institutionen zur Verfügung. Hierzu ist anzumerken, dass es kein einheitliches Bewerbungsverfahren gibt. Man sollte sich aber von der Vielzahl der Programme nicht abschrecken lassen, denn eines ist klar: Ein Praktikum „in Europa“ lohnt sich!

Ich empfehle jedem Bewerber, sich vorher genau über die einzelnen Institutionen und Tätigkeitsbereiche und natürlich über eventuelle Bewerbungsfristen zu informieren.

Ist die Entscheidung gefallen, können Sie sich über den genauen Ablauf der Bewerbung (Auswahlverfahren, Dauer, Einsatzbereiche etc.) auf den Internetseiten der jeweiligen Institution informieren:

  1. Europäisches Parlament
  2. Rat der Europäischen Union
  3. Europäische Kommission
  4. Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften
  5. Ausschuss der Regionen
  6. Wirtschafts- und Sozialausschuss
  7. Der europäische Bürgerbeauftragte
  8. Agenturen der Europäischen Gemeinschaft


Institutionsübergreifend gelten in der Regel folgende allgemeine Voraussetzungen:

  • Hochschulabschluss bzw. laufendes Hochschulstudium,
  • Bewerber aus einem EU-Mitgliedstaat müssen neben einer der drei Hauptsprachen Deutsch, Englisch oder Französisch mindestens eine zweite offizielle Amtssprache der EU sehr gut beherrschen (für den Übersetzungsdienst drei Amtssprachen),
  • keine bereits erteilte Praktikumszusage bei einer anderen EU-Institution.

Obwohl die meisten Praktikanten aus dem Bereich Jura, Politikwissenschaften und Wirtschaft kommen, sind selbstverständlich auch Bewerber anderer Fachrichtungen herzlich eingeladen, sich zu bewerben.

Hat man die Bewerbungsunterlagen an die zuständigen Stellen versandt, erhält man einige Zeit nach dem offiziellen Bewerbungsschluss eine Eingangsbestätigung. Danach wird die Bewerbung einem sog. Vorauswahlausschuss zugeleitet, der eine erste Selektion der Bewerbungen nach inhaltlichen Kriterien, wie Übereinstimmung der Hochschulausbildung mit der gewählten Institution bzw. Unterabteilung, Noten, Zusatzqualifikationen, etc. vornimmt.

Haben Sie diese Hürde genommen, neigt sich das Bewerbungsverfahren dem Ende zu: Es folgt die Aufnahme in eine Datenbank, das sog. „Blaue Buch“, aus dem sich einzelne Dienststellen geeignete Bewerber heraussuchen können.

II.

Praktikum im Europäischen Parlament

1.      FRAKTION

Die christdemokratische EVP-ED-Fraktion im Europäischen Parlament, der die deutsche CDU/CSU-Gruppe angehört, bietet jungen Hochschulabsolventen die Möglichkeit, in ihrem Sekretariat in Brüssel ein Praktikum zu durchlaufen.


Bewerberinnen/Bewerber müssen

  • über einen staatlich anerkannten Hochschulabschluss und
  • über sehr gute Kenntnisse in mindestens zwei Amtssprachen der Europäischen Union (in ihrer Muttersprache und einer weiteren Sprache, vorzugsweise Französisch oder Englisch) verfügen;

Die Höchstdauer des Praktikums beträgt drei Monate. Die Anzahl der Praktikantinnen/Praktikanten ist im Praktikumszeitraum von je drei Monaten auf zehn beschränkt.

Die Praktikantin/der Praktikant übt seine Tätigkeit unter der Aufsicht eines Verwaltungsbeamten des Sekretariats der EVP-ED-Fraktion aus. Der Inhalt des Praktikums ist mit dem für die Aufsicht zuständigen Verwaltungsbeamten im Voraus zu vereinbaren; am Ende des Praktikums ist von der Praktikantin/dem Praktikanten ein schriftlicher Bericht vorzulegen.


Zur Deckung der Lebenshaltungskosten in Brüssel wird eine monatliche Vergütung von maximal 1.000,- Euro gezahlt; darüber hinaus werden der Praktikantin/dem Praktikanten die Kosten einer Dienstreise zur Teilnahme an einer Tagung in Straßburg erstattet, und es wird eine Grundversicherung abgeschlossen.


Folgende Bewerbungsunterlagen sind nötig:

  • Der ausgefüllte und unterschriebene Bewerbungsfragebogen der EVP-ED-Fraktion,
  • Kopien der Abschlusszeugnisse,
  • Nachweise über die Sprachkenntnisse,
  • ein Empfehlungsschreiben einer nationalen oder europäischen politischen Persönlichkeit aus der EVP-ED-Parteienfamilie,
  • ein Empfehlungsschreiben der Hochschule.
Adresse:

EVP-ED-Fraktion – PRAKTIKA
ASP 1H241
Europäisches Parlament
Rue Wiertz
B- 1047 BRÜSSEL


oder: EPP-ED-Stages@europarl.europa.eu


2.   ABGEORDNETENBÜROS

Soweit es die Kapazitäten erlauben, bieten auch die Europaabgeordneten Praktikumsplätze in ihren Büros, in der Regel in Brüssel, an.

Hierzu reicht zunächst eine formlose Bewerbung, am besten mit Angabe des gewünschten Praktikumszeitraumes. Letzterer kann natürlich nicht in den Parlamentsferien liegen! Die Abgeordnetenbüros informieren gegebenenfalls darüber, welche weiteren Unterlagen erforderlich sind.

Eine Bezahlung ist hier aber nicht selbstverständlich, da die Mittel hierfür oft nicht ausreichen!

III.

Praktikum bei Ständigen Vertretungen in Brüssel

Auch die ständigen Vertretungen der Mitgliedstaaten, Bundesländer und Regionen vergeben Preaktikumsplätze. Die Bewerbungsverfahren hierzu sind sehr unterschiedlich und müssen bei den einzelnen Stellen erfragt werden:

  1. Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union
    Brüssel
  2. Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union

 

IV.

Praktikum bei weiteren Organisationen

Außerhalb der politischen Institutionen existiert eine äußerst vielfältige Landschaft verschiedener Lobby-Gruppen in Brüssel (PR-Agenturen, Unternehmensberatungen, Rechtsanwaltskanzleien, Verbände, NGO's etc.) die oftmals Möglichkeiten anbieten, ein Praktikum zu absolvieren.

Die Internetseite Eurobrussels schafft einen guten Überblick über Praktikumsmöglichkeiten im Umfeld der EU: http://www.eurobrussels.com/internships.php

Hilfreich ist auch ein Blick in das Register der Interessenvertreter beim Europäischen Parlament oder dem Register der Interessenvertreter bei der Europäischen Kommission. Auf diese Weise erfährt der Praktikumsinteressierte, welche Lobby-Gruppen es gibt und kann dort gezielt nach freien Stellen fragen.