Hearing Foodlabelling am 28. August 2008
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EU-Lebensmittelkennzeichnung muss verbraucherfreundlich sein, ohne zu bevormunden

Die zukünftige Verordnung zur Lebensmittelkennzeichnung in der Europäischen Union darf nicht über ihr eigentliches Ziel hinausschießen, sondern muss für eine vereinfachte und handhabbare Regelung sorgen. So lautet das Fazit der verantwortlichen Berichterstatterin für dieses Dossier, Renate Sommer (EVP-ED/CDU), nach einer von ihr organisierten Expertenanhörung heute in Brüssel. Die CDU-Europaabgeordnete aus Nordrhein-Westfalen hatte Vertreter der Lebensmittelindustrie, Verbraucherschützer sowie wissenschaftliche Experten zu einer Aussprache über den vorliegenden Kommissionsentwurf eingeladen. "Ich fühle mich in meiner Einschätzung zu diesem wichtigen Thema bestätigt, denn die heutige Diskussion hat gezeigt, dass ausufernde Informationen auf Lebensmittelverpackungen weder dem Verbraucher noch der Lebensmittelindustrie dienen", betonte Renate Sommer.
 
Ein besseres System der Kennzeichnung, dass verständliche Informationen mit vergleichbaren und gut lesbaren Angaben verbindet, sei deshalb unerlässlich. Allerdings gebe es dabei noch eine Reihe von Aspekten, die im Rahmen der heutigen Anhörung intensiv diskutiert wurden. Dazu gehören insbesondere die Lesbarkeit von Nährwertinformationen, die Kennzeichnung von unverpackten Lebensmitteln, die Herkunftsangaben sowie unterschiedliche Darstellungssysteme. "Die Debatte hat in diesem Zusammenhang auch gezeigt, dass die Forderung der Kommission nach einer Mindestschriftgröße von drei Millimetern nicht umsetzbar ist. Eine solche Regelung würde bei vielen Produkten nur zu größeren Verpackungen führen, ohne die oft mehrsprachige Auszeichnung oder allgemeine Erfordernisse der Umweltverträglichkeit ausreichend zu berücksichtigen", sagte die Berichterstatterin weiter.
 
Als besonders umstritten hätte sich zudem die Frage der so genannten "Ampelkennzeichnung" für Lebensmittel erwiesen. Diese sieht eine Einteilung von Nahrungsmitteln in gute (grüner Punkt) oder schlechte Kategorien (roter Punkt) vor. Während sich Verbraucherschützer für die Einführung einer solchen Regelung ausgesprochen hätten, stünden ihr die meisten Experten eher kritisch gegenüber. "Die Ampelkennzeichnung wäre nicht nur eine Entmündigung der Bürger, sondern vor allem irreführend", so die EVP-Verbraucherpolitikerin weiter. "Denn dann hätten beispielsweise eigentlich gesunde dunkle Brote aufgrund des Salzgehaltes einen roten Punkt, während das eher ungesunde Weißbrot einen grünen Punkt bekäme. Diese Art der Kennzeichnung kann aber nicht im Sinne der Verbraucher sein". Renate Sommer forderte deshalb in ihrem Schlusswort, die Informationen auf Lebensmittelverpackungen auf das wirklich Wesentliche zu beschränken. Dies wäre auch ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung der unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten in den verschiedenen Regionen, die ein wichtiger Bestandteil der europäischen Lebenskultur seien. 

Für weitere Informationen:

Büro Dr. Renate Sommer, MdEP, Tel.: +32 - 2 - 2847383

EVP-ED-Pressestelle, Knut Gölz, Tel.: +32 - 479 - 972144